Löwentor

Löwentor

Foto: Susanne Kähler, 2003, CC-BY-4.0

Der nach Westen gerichtete Zugang zum Zoologischen Garten besteht aus zwei Portalhäusern. Sie flankieren ein grün gusseisernes vierflügeliges Tor. Beide Torhäuser bestehen, bis auf den granitenen Sockelbereich, aus Muschelkalkstein. Beide Gebäude haben an drei Seiten jeweils zwei Fensterachsen, die Wandgliederung gestalten alternierend glatte und bossierte Steinquader. Der plastische Schmuck der Gebäude befindet sich jeweils im Fries unterhalb der Verdachung – zwischen den Triglyphen steht immer eine reliefierte Tierdarstellung, darunter ein Marabu, ein Elchkopf, ein Bärenkopf, ein Walrosskopf, ein Widderkopf, ein Paviankopf, ein Truthahn – und auf den vierfach getreppten Dachaufbauten. Hier sieht man jeweils einen liegenden Löwen. Die Löwenfiguren sind formal im Sinne archaischer Skulpturen stilisiert (Susanne Kähler).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Schirmer, RobertBildhauer_In1909
Zoeller, PaulBildhauer_In
Werkstatt Schirmer (?)
Zaar, CarlArchitekt_In
Firma Zaar & Vahl
Vahl, RudolfArchitekt_In
Firma Zaar & Vahl
Datierungshinweise
1987-1988 rekonstruiert unter Verwendung der historischen Löwenfiguren
Objektgeschichte
Der Zooeingang gegenüber der Stadtbahn, am heutigen Hardenbergplatz, war in anderer Form 1881 angelegt worden, um der neuen Verkehrsverbindung gerecht zu werden. Der Zoo musst damals einen 11 Meter breiten Geländestreifen an die Stadt abtreten. Zunächst stellte man 1881 provisorische Kassenhäuser auf, zwei Jahre später ersetzte man diese durch zwei Kassenhäuser aus Ziegelstein. Schließlich entwarfen die Zaar & Vahl im Auftrag des von 1888 bis 1931 amtierenden Zoodirektors Ludwig Heck künstlerisch gestaltete Kassenhäuser. Die rechteckigen Kassenhäuser mit pyramidenartigen Aufbauten und Löwenbekrönung und Tierkopfreliefs waren 1909 fertiggestellt. Der Bildhauerarbeiten übernahm vermutlich Robert Schirmer mit seiner Werkstatt. Das dazwischenliegende Tor wurde ursprünglich aus drei paar Flügeltüren gebildet, wobei das mittlere Flügeltor, die Wagendurchfahrt, in der Mitte durch stilisierte Pfauen bekrönt wurde. 1925 ergänzte man drei Kassenschalter. Das Löwentor erlitt im Zweiten Weltkrieg nur geringe Beschädigungen und konnte 1948 bereits wieder instandgesetzt werden. Aufgrund einer erneuten Geländeabtretung 1956 am Hardenbergplatz wurde das Tor abgetragen. Die Löwen wurden vorübergehend eingelagert. 1987-1988 wurde das Tor unter Verwendung der alten Löwenfiguren weitgehend in der ursprünglichen Form wieder aufgebaut (Susanne Kähler).
Verwendete Materialien
Muschelkalk
Granit
Stahl
Technik
gemeißelt
behauen
zusammen gefügt
ZustandZeitpunkt
verschmutzt, leicht2003
Vollständigkeit
vollständignach Rekonstruktion 1988

  Nachweise

  • Wirth, Irmgard: Die Bauwerke und Kunstdenkmäler von Berlin, Bezirk Tiergarten, Berlin, 1955, S. 194.
  • Bloch, Peter: Ethos und Pathos: die Berliner Bildhauerschule 1786-1914, Berlin, 1990, S. 549-550. Bd. II (Aufsätze, Kurzbiographien)
  • Badstübner-Gröger, Sibylle: Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Berlin, München, 2000, S. 452-454.
  • Klös, Heinz Georg: Der Berliner Zoo im Spiegel seiner Bauten 1841-1989, Berlin, 1990, S. 168-169.

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