Lenindenkmal

Lenindenkmal

Dieses Bildwerk ist nicht vor Ort.
Foto: P. H. Feist, 1970, CC BY SA 4.0 int., HU Berlin IKB, Slg. Feist, 238.64

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Tomskij, Nikolaj V.Künstler_In1968-1970
Objektgeschichte
Das Denkmal wurde im Auftrag des ZK der SED gefertigt und anläßlich des 100. Geburtstages von W.I.Lenin 1970 am damaligen Leninplatz aufgestellt. Es dokumentiert - gerade in einem traditionellen Berliner Arbeiterbezirk - die enge Verbundenheit unseres Staates mit der siegreichen Oktoberrevolution in Rußland und die feste Freundschaft mit dem großen Sowjetvolk. Und es symbolisiert den unbeirrbaren Willen unserer Bevölkerung, auf dem von Lenin vorgezeichneten Weg des Friedens und des Sozialismus fortzuschreiten." heißt es in einem zeitgenössischen Text. Das in die städtebaulichen Proportionen und die Flächenstruktur des Platzes eingegliederte Lenindenkmal wurde von Nikolai Tomski gestaltet. Auf einem runden Sockel von 26 m Durchmesser erhob sich das eigentliche mit 19 Metern übermenschlich hohe Monument. Als Material wählte der Künstler ukrainischen roten Granit, der mit dem Grün des unmittelbar hinter dem Leninplatz gelegenen Volksparks Friedrichshain lebhaft kontrastierte. Das Denkmal stellte Lenin als aus dem Unterbau herauswachsende kolossale Standfigur vor einem stilisierten Fahnentuch dar. Der Künstler präsentierte Lenin in beinah väterlich strenger Pose und in einer für ihn bekannten Haltung: die linke Hand am Revers der Jacke. Auf der Rückseite des Denkmals befand sich ein Relief, das sich die Hände reichende deutsche und sowjetische Arbeiter zeigte. Am 10.09.1991 stimmte der Berliner Senat dem Vorschlag des damaligen Stadtentwicklungssenators Volker Hassemer zu, das denkmalgeschützte Lenindenkmal zu entfernen, und am 08.11.1991 begannen die Abbrucharbeiten, begleitet von zahlreichen Protestaktionen. Das Denkmal wurde innerhalb weniger Tage von einem Abbruchunternehmen in 125 Segmente zersägt, entfernt und in den Seddinbergen (Müggelheim, Treptow) vergraben. Der Leninplatz wurde 1992 in Platz der Vereinten Nationen umbenannt. An Stelle des Denkmals befindet sich heute ein steinerner Brunnen. Die ihn umgebenden fünf Granitblöcke symbolisieren die fünf bewohnten Kontinente der Erde.
Verwendete Materialien
gesamtGranit
ZustandZeitpunkt
abgebaut1991
Vollständigkeit
nicht vor Ort

  Nachweise

  • Eickenjäger, Karl-G.: Berlin-Friedrichshain. Baudenkmale, Gedenkstätten, Plastiken im Stadtbezirk, Berlin, 1979, S. 95.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 234.
  • Dickel, Hans: Kunst in der Stadt : Skulpturen in Berlin 1980 - 2000, S. 14.

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