Kurfürstentor

Kurfürstentor

Das Kurfürstentor befindet sich an der nördlichen Grenze der zum Jagdschloss Glienicke gehörenden Parkanlage zur Möwenstraße, Ecke v.-Türk-Straße. Die verputzte und sandsteinfarben gestrichenen Toranlage in neubarocker Architektur besteht aus einem erhöhten Mittelteil in dessen heute zugemauertem Torbogen sich ehemals die durch ein schmiedeeisernes Gitter zu verschließende Durchfand befand und aus zwei durch konvex geschwungene Mauern mit dem Mittelteil verbundenen Pavillons. Der Mittelteil ist sowohl zur Schloss- als auch zur Straßenseite hin mit schmückenden Architekturelementen bereichert. Zu beiden Seiten befinden sich auf Postamenten jeweils zwei korinthische Säulen, die mit einem Relief am Schaft verziert sind. Den oberen Abschluss des Mittelteils bildet ein Aufsatz mit Dreiecksgiebel und zu beiden Seiten einer heute leeren Rundbogennischen mit Konsolen. Seitlich schaffen Voluten den Übergang zwischen dem erhöhten Mittelteil und den Mauern, sowie zwischen dem erhöhten Nischenaufsatz und dem Architrav. Die beiden seitlichen Pavillons haben kuppelartige durch Sandsteinvasen bekrönte Dächer an denen sich an allen vier Seiten reich verzierte Ochsenaugenfenster befinden (Jörg Kuhn, Susanne Kähler).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Arnim, Ferdinand Heinrich Ludwig vonArchitektIn1859-1862
Petzholtz, Friedrich ErnstArchitektIn
Dieusart, FrancoisBildhauer_In des Originals
Kopien von 1988
Datierungshinweise
Porträtreliefkopien von 1988
Objektgeschichte
Um 1859-1862 errichtet. Großes Mitteltor schon vor 1883 vermauert, Gittertor beseitigt. Weitere Veränderungen um 1889 unter Prinz Friedrich Leopold sen. (1865-1931). Nach 1945 und besonders nach 1961 verwahrlost. 1988 saniert und Anbringung von zwei Kopien nach barocken Porträtreliefs des Großen Kurfüsten und seiner Gemahlin Louise Henriette von Nassau-Oranien nach Originalen in Huis Doorn.
Verwendete Materialien
Klinker
Stein
GittertorSchmiedeeisen
Technik
gemauert
behauen
gemeißelt
verputzt
Gittertorgeschmiedet
Inschriften
Inschriftentäfelchen (appliziert)
am Objekt
Friedrich Wilhelm Markgraf von Brandenburg / geb. 16. 2. 1620 Cölln a. d. Spree / Erzkämmerer des Hl. Röm. Reiches und Kurfürst 1. 12.1640 / gest. 9.5.1688 Potsdam / Dargestellt 1647 von François Dieusart / Dem Senat von Berlin am 9. 5. 1988 gestiftet / vom Stv. Leiter der Niederländischen Militärmission / für den Park des Jagdschlosses Glienicke.
Inschriftentäfelchen (appliziert)
am Objekt
Louise Henriette Prinzessin von Oranien-Nassau / geb. 27. 11. 1627 den Haag / 7. 12. 1646 ebenda den Großen Kurfürsten geheiratet / gest. 18. 6.1667 Cölln a. d. Spree / Am 300. Todestags ihres Gemahls / gestiftet von den Vorständen der Vereine / „Nederland en Oranje“ und „Hollandia“ in Berlin / nach dem Original im Rijksmuseum Hius Doorn, NL.
ZustandZeitpunkt
gesamtverschmutzt2005
gesamtbeschmiert2005
Putzbeschädigt2005
Sockelveralgt2005
Vollständigkeit
unvollständigGitter der 1. Bauzeit verloren; Büste des Großen Kurfürsten verloren

  Nachweise

  • Krosigk, Klaus von: Glienicke, Berlin, 1984, S. 52-54.
  • Schultheiss-Block, Gabriele: Das gantze Eyland muss ein Paradies werden : Jagdschloss Glienicke - 300 Jahre, Berlin, 1987.
  • Staatliche Schlösser und Gärten Berlin, West: Schloß Glienicke : Bewohner, Künstler, Parklandschaft, Berlin, 1987, S. 392-393. Kat.-Nr. 232-236
  • Lesser, Katrin: Gartendenkmale in Berlin, Parkanlagen und Stadtplätze , 2013, S. 372-375.

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