Die Kandelaber stehen jeweils auf einem hohen quadratischen Postament, über dessen Eisentür ein Relief zu erkennen ist. Dieses zeigt zwei nackte Knaben, wobei einer seinen Rücken den Betrachtenden zugewandt hat. Beide halten eine offene Muschel mit ihren Armen. Zwischen den Knaben befindet sich das Wappen von Charlottenburg.
Auf dem Dach des Postaments befindet sich die Basis der Säule und ein Würfel. Darüber sind vier Schiffsbüge, auf denen Seepferdchen zu finden sind, zu erkennen. Diese Motive stehen in Verbindung zu der Umgebung der Kandelaber. Über den Schiffsbügen sind außerdem vier Löwenköpfe, die in die vier verschiedenen Himmelsrichtungen schauen, zu finden.
Oben an den Kandelabern befindet sich ein Relief aus Bronze, welches Seeungeheuer und mehrere boshaft verzerrte Gesichter mit Hörnern zeigt. Die acht Bogenlampen hängen an diesen Hörnern. Über den Lampen verjüngt sich die Säule des Kandelabers, sie ist aber weiterhin mit zahlreichen bildhauerischen Elementen, wie halbplastischen Figuren, verziert. (Rieke Fender)
Kategorie
Epoche
Schaffende/
Schaede, Bernhard (Architekt:in)
1907-1910, Original Kandelaber
Koch, Christian (Architekt:in der Rekonstruktion)
2007-2010
Fa. Bildgießerei Frank Herweg (Ausführende:r)
Bronzegussringe in der Rekonstruktion
Datierungshinweise
1907-1910 Original, 2007-2010 Rekonstruktion
Objektgeschichte
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts befand sich an der Stelle der heutigen Charlottenburger Brücke eine einfache Holzbrücke. Diese sollte Anfang des 20. Jahrhunderts erneuert und modernisiert werden. In Zuge dessen sollte ebenfalls ein Bauwerk errichtet werden, das Charlottenburg repräsentieren soll. Dementsprechend wurde im Februar 1900 ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die eingereichten Entwürfe entsprachen jedoch nicht den Wünschen der Auftraggeber. So wurde das Vorhaben an den Architekten Bernhard Schaede übergeben. Bereits im Dezember 1905 wurden dessen Entwürfe genehmigt. Der Bau der Brücke begann 1904 und der des Tores 1907. Auf der westlichen Seite des Tores entstanden zwei Kandelaber, die die Brücke und die Verkehrsfläche dort beleuchteten. Durch elektrische Lampen, im Gegensatz zu gasbetriebenen Leuchten, war es ausreichend nur zwei Kandelaber zu verwenden. Im Jahr 1937 wurden beiden Seiten des Tores von Albert Speer so verschoben, dass der Abstand zwischen ihnen von 15 Meter auf 34 Metern stieg. Während des Zweiten Weltkrieges wurden Teile des Tores und der Kandelaber zerstört. Der Schaden an den Kandelabern war so groß, dass diese 1970 komplett abgetragen werden mussten. Ab 2004 wurde das Tor über drei Jahre saniert und restauriert. Im Anschluss wurden die zwei Kandelaber ebenfalls drei Jahre lang rekonstruiert. Dies war nur anhand von Fotos und eines Modelles möglich. Die Kandelaber wurden auf ihren Platz von nach 1937 gesetzt. Das Modell, anhand dessen die Kandelaber rekonstruiert wurden, stammte aus dem Jahr 1910 und wurde auf der Brüssler Weltausstellung ausgestellt. Heute befindet sich das Modell im Deutschen Technikmuseum. (Rieke Fender)
Maße
Verwendete Materialien
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