Hermann Duncker

Hermann Duncker

Foto: Michelle Rojkov, 2019, CC-BY-4.0

Überlebengroße Figur Hermann Dunckers in dozierender Haltung mit einem Buch in der linken Hand, stehend auf einem rechteckigen Sockel.

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Howard, WalterBildhauer_In1976
Datierungshinweise
Aufstellung
Objektgeschichte
Porträt des Arbeiterführers und Propagandisten Hermann Duncker (1874-1960). Das Denkmal wurde 1976 an der Hermann-Duncker-Straße in einer Grünanlage enthüllt. Die Straße wurde 1992 in Treskowallee zurück benannt. Hermann Duncker, geboren 1874, war Mitbegründer des Spartakusbundes, Mitverfasser der Spartakusbriefe und 1918 Mitbegründer der Kommunistischen Partei. Für diese schrieb er die „Elementarbücher des Kommunismus“ und „Kleine Lenin-Bibliothek“ und gab die Werke von Marx und Engels neu heraus. 1933 wurde Duncker von den Nazis verhaftet und im Zuchthaus Brandenburg eingesperrt. Hier lernten sich er und der Bildhauer Walter Howard kennen. Nach Dunckers Freilassung aus dem Zuchthaus Brandenburg emigrierte er 1936 und war bis zu seiner Rückkehr 1947 in Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Marokko und USA interniert. Nach seiner Rückkehr trat er sofort der SED bei und war zunächst Professor und Dekan einer wissenschaftlichen Fakultät in Rostock. Von 1949 bis zu seinem Tod 1960 stand er der Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“ in Bernau bei Berlin als Direktor vor. Hermann Duncker und Walter Howard blieben stets in Kontakt. Zu Dunckers 85ten Geburtstag mahnte dessen Frau, dass Howards Zeit vergeht eine Plastik von Duncker anzufertigen. Nach kurzem Zögern willigte Duncker ein aber nicht mehr als eine Sitzung forderte er. So fertigte Howard 1961 die 40cm große Statuette von Hermann Duncker an. Stehend sollte Duncker dargestellt werden, dieser konnte aber nur noch auf einen Stock gestützt stehen. Howard wollte diesen nicht mit modellieren, weil er keinen hinfälligen Duncker zeigen wollte, jedoch erzeugte der eine ganz eigene Symmetrie also beließ er den Stock und setzte ihm ein Buch in die rechte Hand. Die kleine Statuette wurde mehrmals gegossen. Der erste Guss wurde von DDR-Präsident Wilhelm Pieck abgekauft. Einen weiteren Guss bekam Duncker selber. Die Statuette gefiel aber nicht nur Prieck und Duncker sondern auch anderen. So bekam Howard den Auftrag vom FDGB ein überlebensgroßes Denkmal von drei Metern Höhe anzufertigen. Die Arbeit wurde 1976 in einer kleinen Grünanlage in Berlin-Karlshorst aufgestellt. Die Straße daneben hieß bereits 1961 Hermann-Duncker-Allee. 1992 wurde die Straße wieder in Treskowallee zurückbenannt. „Meine Arbeit roch anscheinend neutral und wurde als politfrei-zeitlos schöne Kunst angesehen. Das Ding durfte stehen bleiben.“ (Zscheischler;2011; 199) Das Denkmal wurde auf einer DDR Briefmarke abgebildet. Im selben Jahr wurde das Denkmal in Rostock aufgestellt. Dort war Duncker einige Zeit Dekan. Die Rostocker wollten die Plastik auf 3,50m erhöhen, hatten jedoch kein Geld für Bronze, aber anstatt die Plastik zu verkleinern, benutzten sie Beton für den Guss. (Burkhard Zscheischler: Stats, mein Freund Walter, 2011) (Michelle Rojkov)
Maße
StandbildHöhe3 m
StandbildBreite0.7 m
SockelHöhe1 m
SockelBreite1 m
Verwendete Materialien
FigurBronze
SockelEpprechtstein Granit
Technik
gegossen
bearbeitet
zusammen gefügt
Inschriften
Inschrift (appliziert, gegossen)
am Sockel, Vorderseite
HERMANN DUNCKER
ZustandZeitpunkt
Standbildbeschmiert, Rückseite2019
Vollständigkeit
unvollständigInschriftentafel fehlt

  Nachweise

  • Goder, Ernst: Plastiken, Denkmäler, Brunnen in Berlin: Gesamtverzeichnis, Katalog, Berlin, 1993, S. 31.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 257.
  • Büttner, Horst: Hauptstadt Berlin; 2. Im Bereich Dokumentation u. Publikation bearb. von Horst Büttner ..., 1987, S. 228.
  • Laschke, Bärbel: Die Denkmale : heimatkundlicher Wegweiser durch Berlin-Karlshorst, Berlin, 2010, S. 60. Teil II: zwischen Rennbahn und Waldsiedlung
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