Hannah-Höch-Denkmal

Hannah-Höch-Denkmal

Der Archaische Erzengel vom Heiligensee
Foto: Jürgen Tomisch und Barbara Anna Lutz, 2020, CC-BY-4.0

Die Bronzeplastik des „Archaischen Erzengels“ bzw. das „Hannah-Höch-Denkmal“ zeigt einen Engel in abstrahierter und vereinfachter Form und ist der Abguss eines Collage-Kunstwerks, das Siegfried Kühl aus realen Fundstücken aus dem See, wie Bootsplanken und Holzbohlen (als Flügel und Körper) sowie einem Stellrad von der S-Bahn (als Kopf) zusammengefügt hatte. Die Struktur und Materialität dieser Werkstoffe ist in der Skulptur deutlich ablesbar. Der Sockel hat einen Stahlbetonkern, der mit grob bearbeiteten, dunklen Natursteinplatten, aus sog. Labrador-Granit verkleidet ist. Die Granit-Verkleidung ist durch ungerade verlaufende, vertiefte Linien (Bohrspuren) durchzogen. Die Bohrspuren vom Steinabbau wurden belassen, sie geben dem Sockel Struktur. Die Bodenplatte der Plastik ist über den etwa 200 cm hohen Sockel gestülpt, und schützt ihn so vor Witterungseinflüssen.In etwa 130 cm Höhe ist umlaufend ein 8 cm hohes, beschriftetes Bronzeband in den Sockel eingelas-sen. Die Schrift ist aus Einzelbuchstaben aufgesetzt.

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Kühl, SiegfriedKünstler_In1989
Hermann Noack Bildgießerei (Berlin)Gießerei
Datierungshinweise
1989 Aufstellung
Objektgeschichte
1988 schenkte Siegfried Kühl sein Collage-Kunstwerk als Hommage an die 1978 verstorbene einstige Dadaistin Hannah Höch dem Bezirksamt Reinickendorf mit dem Vorschlag, dass das Bezirksamt es in Bronze gießen lassen sollte, um es zum 100. Geburtstag der Künstlerin 1989 (November) aufzustellen. Seine Idee wurde realisiert. Der Guss wurde von der Bronzegießerei Hermann Noack in Berlin ausgeführt. Der Bezirk übernahm die Herstellungskosten und das Denkmal für Hannah Höch wurde 1989 am Malchsee aufgestellt. „Kühl [der die Geehrte persönlich kannte] arbeitete über 6 Jahre an dem Denkmal für Hannah Höch. Es entstanden zahlreiche Skizzen und Variationen dazu. Ursprünglich sollte es seinen Platz im Tegeler Hafen erhalten bevor man sich entschloß, es an dem heutigen Standort aufzustellen.“ (Museum Reinickendorf, Archiv; Ordner: Denkmäler, Skulpturen, Brunnen; Erfassung Gruppe Kunst um 2000(?)) Das aus Fundstücken geschaffene Original stand zuvor am Heiligen See.
Maße
PlastikHöhe4.1 m
Breite2.9 m
SockelHöhe2 m
Breite1.39 m
Tiefe0.68 m
SchriftbandHöhe0.08 m
Verwendete Materialien
PlastikBronze
SockelGranit
Stahlbeton
Technik
Stahlbetonkerngegossen
Plastikgegossen
Inschriften
Signatur (gefräst oder geritzt)
an der Plinthenkante
Siegfried Kühl___89
Lettern (aufgesetzte Buchstaben (Bronze))
am Sockel, umlaufend
(Tafel I) »DER ARCHAISCHE ERZ-ENGEL VOM HEILIGENSEE« HOMMAGE À HANNAH HÖCH / *1. NOVEMBER 1889 IN GOTHA +31. MAI 1978 IN HEILIGENSEE; (Tafel II) MALERIN ⋅ MITGLIED VON DADA-BERLIN / MITERFINDERIN DER FOTOCOLLAGE 1918; (Tafel III) EHRENBÜRGERIN / DES BEZIRKS REINICKENDORF; (Tafel IV) “WER SICH NÄHERT, DEN STOSST NICHT ZURÜCK; WER SICH ENTFERNT, DEN HALTET NICHT. / UND WER WIEDERKOMMT, DEN NEHMT AUF, ALS WÄRE ER NICHT WEGGEWESEN.“
ZustandZeitpunkt
Plastikbeschmiert2020
patiniert, rückseitig Patina an den Flügeln (direkte Beregnung, Oxidation)2020
Sockelbeschmiert2020
biogener Bewuchs2020
SchriftbandAblösung, einzelne Buchstaben des umlaufenden Schriftbandes fehlen2020
beschmiert2020
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Börsch-Supan, Eva: Kunstführer Berlin, Stuttgart, 1991, S. 368.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 82.
  • Klother, Eva-Maria: Denkmalplastik nach 1945 bis 1989 in Ost- und Westberlin, 1998, S. 308-309, 311-313.
  • Kotzur, Marlene: Steglitz – Frauen setzen Zeichen, Berlin, 1990, S. 55-58.
  • Schlickeiser, Klaus: Entdecken Sie Reinickendorf. Spaziergänge in Tegel, Berlin, 2006, S. 75.

Ihre Information ist gefragt