Gedenkstein für August Hermann

Gedenkstein für August Hermann

Foto: Jürgen Tomisch/Barbara Anna Lutz, 2018, CC-BY-4.0

Am östlichen Ende des Dorfangers von Rahnsdorf, in der Nähe der alten Schule, ist ein Gedenkort für die Fischer von Rahnsdorf eingerichtet, die unter Einsatz ihres Lebens Menschen vor dem Ertrinken im Müggelsee bewahrten. Die kleine Platzanlage besteht aus drei Gedenksteinen, die zu einem Viertelkreis gruppiert in eine Grünanlage eingebettet liegen. Die Gedenkstele für August Herrmann nimmt die Mitte der Anlage ein. Die 1930 gesetzte Gedenkstele für den Fischermeister August Herrmann (1842–1915) besteht aus einem 194cm hohen Steinquader in Muschelkalk, einem Steinsockel im gleichen Material und einem bronzenem Porträtrelief auf dem Steinquader, das der Bildhauer Paul Gruson wohl 1929 fertigte. Der Steinquader ist mit einer Schattenfuge vom Sockel abgesetzt. Rechts von der Stele erklärt eine Erläuterungstafel den Aufstellungsgrund: Der Fischer August Herrmann war vermutlich von einem Teil der Inschrift des Kahlenbergkreuzes (siehe Friedhof Kirchenrückseite) (…weil niemand mich ertrinken sah…“) beeindruckt! Auch deshalb fuhr Herr-mann mit seinem Boot, sobald Sturm aufkam, zum Ufer des Müggelsees und sah, wenn Menschen in Gefahr waren. So konnte August Herrmann in Seenot Geratene vor dem Ertrinken retten. Am 11. De-zember 1894 erhielt er die „Rettungsmedaille mit dem Bande“; verliehen durch die „General-Kommission in Angelegenheiten der Königlich Preußischen Orden“. Bürger für Rahnsdorf e.V. April 2012. (Jürgen Tomisch / Barbara Anna Lutz)

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Gruson, PaulBildhauer_In1929-1930
Datierungshinweise
Entstehung
Objektgeschichte
Die Gedenkstele für den August Herrmann wurde bereits 1930 zu Ehren des Rahnsdorfer Fischermeisters gesetzt. 1982 kam auf der linken Seite die Grabplatte des Fischers Karl Lupe und 1999 das Sandsteinre-lief „Die böse Wolke“ von Ingeborg Hunzinger auf der rechten Seite hinzu, wodurch ein kleiner Erinne-rungsort zur Würdigung der Rahnsdorfer Lebensretter entstand. August Herrmann (1842–1915) stammte aus einer alten Fischerfamilie. Er zeichnete sich als vielfacher Lebensretter auf dem Müggelsee und den angrenzenden Gewässern aus. Als Fischer wusste er um die Gefahren des Müggelsees und hielt insbe-sondere bei stürmischem Wetter nach Hilfesuchenden Ausschau. Die von ihm Geretteten brachte er zu sich nachhause, wo sie gepflegt wurden. So soll er 150 Menschen vor dem Ertrinken bewahrt haben. Darüber hinaus erwarb er sich Verdienste durch die Organisation eines Rettungsdienstes auf dem Müg-gelsee. Seinem Beispiel nacheifernd, beteiligten sich auch andere Rahnsdorfer Fischer an der Rettung vieler Menschen. Das Grab von August Herrmann befindet sich auf dem Rahnsdorfer Friedhof. Der in Berlin wirkende Bildhauer Paul Gruson schuf die bronzene Reliefplatte mit dem Bildnis von August Herrmann, die auf der Vorderseite der Stele verankert ist, Die Stele wurde von der Stadt Berlin gestiftet.1998 ließ die Berliner Rettungsgesellschaft anlässlich des 100. Jahrestag der organisierten Wasserrettung in Berlin das Erinnerungsmal restaurieren. (Jürgen Tomisch / Barbara Anna Lutz)
Maße
SockelHöhe0.22 m
SockelBreite1.26 m
SockelTiefe0.86 m
QuaderHöhe1.94 m
QuaderBreite0.83 m
QuaderTiefe0.19 m
ReliefplatteHöhe0.36 m
ReliefplatteBreite0.41 m
Verwendete Materialien
ReliefBronze
SteleKalkstein
Technik
Reliefgegossen
Stelegemeißelt
Inschriften
Inschrift (gemeißelt)
am Objekt, Vorderseite
DEM ANDENKEN / DES / FISCHERMEISTERS / AUGUST HERRMANN / GEB. 1842 / GEST. 1915 / ZU RAHNSDORF / DIE STADT BERLIN
ZustandZeitpunkt
Stelebiogener Bewuchs2018
SteleAbplatzungen2018
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 247.
  • Wohlberedt, Willi: Verzeichnis der Grabstätten bek. und ber. Persönlichkeiten I, 1953, S. 57.
  • Büttner, Horst: Hauptstadt Berlin; 2. Im Bereich Dokumentation u. Publikation bearb. von Horst Büttner ..., 1987, S. 346.
  • Goder, Ernst: Plastiken, Denkmäler, Brunnen in Berlin: Gesamtverzeichnis, Katalog, Berlin, 1993, S. 20.
  • Brehm, Knut: Stiftung Stadtmuseum Berlin : Katalog der Bildwerke; 1780 - 1920, Köln, 2003, S. 127.

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