Denkmal für Ernst Schneller

Denkmal für Ernst Schneller

Foto: Susanne Kähler, 2011, CC-BY-4.0

Unter Einbeziehung der straßenseitigen Außenwand des ehemaligen „Kulturhauses ‚Ernst Schneller‘“ – hier ist in den Rauputz mit Granitklinkern eine wehende rote Fahne (Banner) an grauer Fahnenstange eingelegt sowie links davon in Metalllettern die Inschrift ERNST SCHNELLER/1890-1944 anmontiert – ist der Vorgarten des ehemaligen Kulturhauses als Gedenkstätte für Ernst Schneller gestaltet. Auf, gegenüber dem Straßenniveau durch die Einbeziehung einer Betonstützmauer, erhöhtem und begrünten Gelände steht, gegenüber der hinterfangenden Fahnendarstellung nach rechts verschoben, ein rechteckiger Betonsockel. Er ist über eine Stufe erreichbar. Der Sockel trug ursprünglich den überlebensgroßen, auf eine quadratische Plinthe montierten Bronzekopf mit dem Porträt Schnellers. Diese Bronze war bezeichnet mit „E.Lo 1974“. Hinter dem Sockel befand sich, ebenfalls in den Rauputz eingelassen, eine rechteckige Inschriftentafel (Jörg Kuhn, Susanne Kähler).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Loeber, ErnstKünstler_In1973-1974
Datierungshinweise
Büste seit etwa 1995 deponiert
Objektgeschichte
Der Pädagoge und KPD-Politiker (Reichstagsabgeordneter) Ernst Schneller (1890-1944) wurde im Zusammenhang mit dem Reichstagsbrand 1933 verhaftet und in den nationalsozialistischen Zuchthäusern Sonnenburg und Waldheim und dem Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Auf Befehl des Reichsführers der SS, Chefs der Polizei und (seit 1943) Reichsinnenministers Heinrich Himmler wurde Schneller, zusammen mit anderen politischen Häftlingen, am 11. Oktober 1944 erschossen. In der DDR gab es zahlreiche Straßen, Schulen und andere Einrichtungen, die den Namen Schnellers trugen (vgl. etwa die Schnellerstraße in Treptow-Köpenick). Sein Leben wurde auch verfilmt. Nach 1990 wurden viele der Namensträger umbenannt oder aufgelöst. Das vermutlich zu Beginn der 1950er Jahre eingerichtete, ehemalige Kulturhaus „Ernst Schneller“ gehört zu einem Fabrikgelände (ehem. 1881 als Schal- und Tuchfabrik Anton und Alfred Lehmann zwischen Fließstraße 1-8 und Hasselwerderstraße gegründet; vermutlich nach 1945 Teil des VEB Deutsche Messingwerke Carl Eveking AG / seit 1951 VEB Berliner Metallhütten- und Halbzeugwerke BMHW). Die Büste und damit vermutlich die gesamte Gedenkanlage wurden 1974 aufgestellt, beziehungsweise gestaltet. Die Fabrikgebäude und das Kulturhaus – mit vermauerten Fenster- und Türöffnungen – stehen zurzeit (März 2011) leer. Das Bronzeporträt Ernst Schnellers wurde Mitte der 1990er Jahre auf Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Treptow (Beschluss Nr. 123/09/01) abgebaut und auf dem Gelände des Fuhrparks des Amtes für Umwelt und Natur, Fachbereich Grünflächen, eingelagert (Jörg Kuhn, Susanne Kähler).
Verwendete Materialien
PorträtBronze, zurzeit nicht am Ort, deponiert
Beton
Naturstein
LetternMetall
Technik
gegossen
zusammen gefügt
Inschriften
Inschrift (appliziert, gegossen)
an der Wand
ERNST SCHNELLER / 1890-1944
ZustandZeitpunkt
beschädigt2011
Umfeldverwahrlost2011
Vollständigkeit
unvollständigKopf fehlt

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 334.
  • Endlich, Stefanie: Wege zur Erinnerung, Gedenkstätten und -orte für die Opfer des Nationalsozialismus, Berlin, 2007, S. 489.
  • Weißpflug, Hainer: Treptow-Köpenick, 2009, S. 215, 500-511.
  • Goder, Ernst: Plastiken, Denkmäler, Brunnen in Berlin: Gesamtverzeichnis, Katalog, Berlin, 1993, S. 15.

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