Denkmal der Köpenicker Blutwoche Juni 1933

Denkmal der Köpenicker Blutwoche Juni 1933

Die Faust

„Im Hintergrund der Grünfläche erhebt sich vor einer Gruppe hoher Bäume das monumentale Denkmal. Das große plastische Zeichen mit der geballten Faust an der Spitze wirkt als visuelles Signal, das dem weiten Platz den Akzent verleiht. Aus der Nähe betrachtet werden die figürlichen Reliefs auf dieser Stele und auf der halbrunden Steinwand dahinter ablesbar ebenso die Schrift auf einer liegenden Steinplatte vor dem großen Zeichen. In das Halbrunf ist noch eine Flammenschale aus Edelstahl gestellt. Das Relief auf dem hohen steinkörper stellt eine stürzende und eine kauernde Gestalt dar, die Szenen auf dem Halbrund zeigen in erzählender Abfolge Motive des friedlichen Lebens und Arbeitens in der Zeit nach Krieg und Faschismus“ (Plastiken, Denkmäler, Brunnen, Köpenick 1993, S. 32-33).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Sutkowski, WalterBildhauer_In1969
Datierungshinweise
Einweihung am 07.10.1969, 1971 ergänzt
Objektgeschichte
Denkmalanlage am "Platz des 23. April" (ehemals Heuplatz). Am 7. Oktober 1969 eingeweiht. Auf der Stele hinten wurde eine Inschrift eingetieft, ein Zitat nach Karl Liebknecht: "Und ob wir dann noch / leben werden / wenn es erreicht wird / Leben ist unser Programm! / Es wird die Welt der erlösten / Menschen beherrschen / Trotz alledem!". 1971 durch Aufstellung einer Reliefwand mit Szenen aus der Arbeiterbewegung ergänzt. Der Titel dieser Arbeit lautet "Unser friedlicher Aufbau". Seit 1990 Diskussion über Abriss oder Erhalt beziehungsweise ergänzende Erläuterungen. Besonders umstritten war und ist die Vereinnahmung der Geschichte der 91 NS-Opfer der "Köpenicker Blutwoche" durch das SED-Regime. 1998 Verhüllungs-Aktion durch Jugendgruppen (vgl. Endlich, 2007, S. 469), 2002 Gestaltungswettbewerb (Lamis-Mona Rieger, Jörg Kuhn).
Maße
SteleHöhe6 m
SteleBreite2.45
ReliefwandHöhe1.8 m
ReliefwandBreite7 m
ReliefwandTiefe
rechte Seite
1.04 m
reliefwandTiefe
linke Seite
0.42 m
Verwendete Materialien
Muschelkalk
SteleKunststein
Beton
SchaleStahl
Technik
gemeißelt
behauen
zusammen gefügt
Inschriften
Bezeichnung (gegossen)
am Objekt
W. Sutkowski
Inschriftenstein
vor der Stele
Den Opfern der Köpenicker Blutwoche im Juni 1933 zum Gedenken
ZustandZeitpunkt
beschädigt2018
Vollständigkeit
unvollständig

  Nachweise

  • Weidner, Klaus: Plastiken, Denkmäler und Brunnen im Bezirk Köpenick, Berlin, 1993, S. 32.
  • Endlich, Stefanie: Wege zur Erinnerung : Gedenkstätten und -orte für die Opfer des Nationalsozialismus, Berlin, 2007, S. 468-469.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 249-250.
  • Klother, Eva-Maria: Denkmalplastik nach 1945 bis 1989 in Ost- und Westberlin, 1998.
  • Büttner, Horst: Hauptstadt Berlin; 2. Im Bereich Dokumentation u. Publikation bearb. von Horst Büttner ..., 1987.

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