Berlin

Berlin

Berlin-Skulptur
Foto: P. H. Feist, 1987, CC-BY-SA-4.0-int., HU Berlin IKB, Slg. Feist, 152.49

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Matschinsky-Denninghoff, BrigitteKünstler_In1985-1987
Matschinsky-Denninghoff, MartinKünstler_In
Objektgeschichte
Die Arbeit ging aus dem Projekt "Skulpturenboulevard Kurfürstendamm" hervor, einem vieldiskutierten Projekt des Jubiläumsjahres 1987 zur 750-Jahr Feier in Berlin, für das Matschinsky-Denninghoff vom Neuen Berliner Kulturverein neben anderen Bildhauern ausgewählt wurden. Die Standortwahl wurde den Künstlern überlassen. Auf der gedachten rechteckigen Grundfläche auf dem Mittelstreifen der Tauentzienstraße errichteten Matschinsky-Denninghoff vier in Betonfundamente verankerte Stahlelemente in Form von gebogenen Röhren. Diese bahnen sich parallel und spiegelbildlich zueinander ihren Weg nach oben, wobei sie in regelmäßigen Abständen nach ca. anderthalb Metern ihre Richtung wechseln. Im Zentrum der Grundfläche schlingen sich schließlich zwei gegenüberliegende Rohre umeinander, um danach zu ihrem parallel verlaufenden Pendant zurückzukehren. Diese beiden Rohr-Enden nähern sich an, doch berühren sich nicht, womit ein motivischer Bezug zur Skulptur "Berlin" Eduardo Chillidas, die 1999 für das Berliner Kanzleramt geschaffen wurde, nicht anzuzweifeln ist. Die Oberfläche der Rohre ist mit feinen Chromnickelstahlröhren versehen, die dicht zueinander verlaufen. Dadurch entstehen ein ständiger Wechsel von Licht und Schatten und der besondere Schimmereffekt der Skulptur. Die mögliche, aber tatsächlich nicht ausgeführte Verbindung der Elemente verbildlicht ein Paradox von Gespaltenheit und Zusammengehörigkeit. In dem "großen organisch bewegten Tor" zeigt sich der Widerspruch der Wahrheit der damals noch geteilten Stadt Berlin. Die Künstler selbst kommentierten ihre Arbeit mit folgenden Worten: "Die Skulptur ist von allen Seiten zu begehen, in jede Richtung zu durchschreiten und damit körperlich erlebbar. Betont ist die Durchgangsrichtung West-Ost und Ost-West. Unsere Skulptur ist speziell für diese Stelle konzipiert: in Art eines großen organischen bewegten Tores soll sie als Doppelbogenform hier [...] nicht nur den notwendigen belebenden Akzent setzen ? wir versuchen, etwas von der Berliner Situation auf symbolische Art zu vermitteln? (Aust.-Kat. Skulpturenboulevard, S. 122). "Berlin" wurde von der Deutschen Bank erworben und der Stadt Berlin als Dauerleihgabe überlassen. (Mirjam Brusius)
Verwendete Materialien
Chrom-Nickel-Stahl
Technik
geschweißt

  Nachweise

  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 34.
  • Dickel, Hans: Kunst in der Stadt : Skulpturen in Berlin 1980 - 2000, S. 189-190.
  • Költzsch, Georg-W.: Matschinsky-Denninghoff : Monographie und Werkverzeichnis der Skulpturen, Köln, 1992, S. Nr. 565.
  • Skulpturenboulevard Kurfürstendamm Tauentzien. Kunst im öffentlichen Raum, Berlin, 1987, S. 122-123.
  • Ehmann, Horst: Berlin: Kunst im Stadtraum, Berlin, 1988, S. 7.

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