Alexander-Freiherr-von-Blomberg-Denkmal

Alexander-Freiherr-von-Blomberg-Denkmal

Foto: Susanne Kähler, 2010, CC-BY-4.0

Denkmal in Gestalt eines frühklassizistischen Grabmals mit antikisierenden Schmuckformen. Über rechteckigem Grundriss erhebt sich das Altarhafte Monument mit Standsockel, Sockelblock, Deckplatte und Aufsatz in Gestalt eines römischen Fantasiehelms. Das Monument ist aus Muschelkalkstein gearbeitet. Die Front zeigt oben ein Eichenlaubfeston an zwei rundköpfigen Schmucknägeln. Oberhalb des Festons ist in einem runden Rahmen mit antikisierendem Blattwerk (Kyma) eine runde kleine Bronzeplatte eingelassen, auf der erhaben die Jahreszahl 1813 steht. Unterhalb des Festons ist eine rechteckige bronzene Tafel mit erhabenen Buchstaben aufgesetzt. Die Seiten zeigen je ein aufrecht stehendes Schwert, umgeben von Lorbeerzweigen im Relief. Der Fantasiehelm mit Nackenleder und Wangenschutz ist mit antikisierenden Ornamentranken bedeckt und zeigt auf jeder Seite einen Kentaur mit Keule (spielt damit auf den aus der antiken Mythologie bekannten Kampf der Kentauren gegen die Lapiten an und dürfte den Kampf gegen die napoleonischen Truppen andeuten) (Jörg Kuhn).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Kuhlmann, OttoArchitekt_In1913
UnbekanntBildhauer_In
Objektgeschichte
Karl Alexander Freiherr von Blomberg (Iggenhausen / Lippe 3.1.1788-20.2.1813 Berlin), Militär und Dichter. Im Jahre 1800 als 12-jähriger Eintritt in das preußische Militär. Mitglied des Schill’schen Freicorps. 1812 Eintritt in das russische Militär. Am 20. Februar 1813 versuchte der Offizier von Blomberg mit einer Abteilung von Kosaken in die seit 1806 französisch besetzte Stadt Berlin einzudringen. Bei einem Gefecht vor dem Königstor wurde er tödlich verwundet. Das Monument wurde im Zusammenhang mit den 1913 überall im preußischen Einflussbereich statt findenden Hundertjahrfeiern zur Erinnerung an die so genannten Befreiungskriege 1813-1815 errichtet. Es soll an Karl Alexander Freiherr von Blomberg erinnern, der an dieser Stelle vor dem Berliner Königstor „als erstes Opfer des deutschen Freiheitskampfes“ gegen die napoleonischen Truppen „gefallen“ ist. Da Preußen erst am 27. März 1813 Frankreich offiziell den Krieg erklärte, ist die Widmung an von Blomberg „als erstes Opfer der Befreiungskriege“ historisch gesehen etwas problematisch (Jörg Kuhn).
Verwendete Materialien
gesamtMuschelkalk
InschriftenplatteBronze
Technik
gesamtbehauen
Inschriftenplattegegossen
Inschriften
Tafel (gegossen)
Front
FIEL ALS ERSTES OPFER IN DEN / DEUTSCHEN FREIHEITSKÄMPFEN / FREIHERR / ALEXANDER v. BLOMBERG / *IGGENHAUSEN (LIPPE) AM / 31. JANUAR 1788 / + HIER VOR DEM KÖNIGSTOR / 20. FEBRUAR 1813
ZustandZeitpunkt
gesamtverschmutzt2010
biogener Bewuchs2010
ergänzt, Ergänzungen von geringer Qualität2010
Vollständigkeit
vollständignach Ergänzung nach 1950

  Nachweise

  • Eickenjäger, Karl-G.: Berlin-Friedrichshain. Baudenkmale, Gedenkstätten, Plastiken im Stadtbezirk, Berlin, 1979, S. 64.
  • Trost, Heinrich: Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Hauptstadt Berlin I, Berlin, 1984, S. 441.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 232-233.
  • Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Berlin, Bezirk Friedrichshain, Berlin, 1996, S. 89. Abb. 109
  • Uhlig, Alexander: Otto Kuhlmann (1873 - 1948) : Architekt zwischen Tradition und Moderne, 2003.
  • Feustel, Jan: Spaziergänge in Friedrichshain, Berlin, 1994.

Ihre Information ist gefragt