Ruhende Frau

Ruhende Frau

Foto: Axel Mauruszat, 2025, CC-BY-4.0

Auf einem rustizierten Sockel steht die Bronzeplastik der „Ruhenden Frau“. Die Plastik zeigt eine unbekleidete Frau, die bequem auf einer felsenartigen Konstruktion sitzt. Ihre Beine hat die Frau von sich gestreckt und an ihren Unterschenkeln übereinander gekreuzt.
Mit ihrem rechten Arm stützt sich die Frau auf ihren Ellenbogen, wodurch sie den Be-trachtenden zugewandt ist. Ihr linker Arm ist über ihren Kopf gelegt. Die Frau trägt ihre lockigen Haare an ihrem Hinterkopf zu einem Knoten zusammengenommen und ihre Lippen sind zu einem Lächeln verzogen. Die Oberfläche der Plastik ist strukturiert. (Rieke Fender)

Fakten

Werkdaten

Schaffende/Datierung

Huf, Fritz (Bildhauer:in)
1923

Fa. Heinze & Barth (Gießerei)

Datierungs­hinweise

Wiederaufstellung: Herbst 2023

Objekt­geschichte

Der 1890 geborene Bankier, Hans Fürstenberg, hat sich in der heutigen Köbisstrasse ein kleines Anwesen bauen lassen. Da Fürstenberg sich auch für Kunst interessierte, sollte der Mann seiner Schwester eine Skulptur für den Garten kreieren. Daraufhin schaffte Fritz Huf 1923 die Ruhende Frau, die Ähnlichkeiten mit seiner Frau, Natalie Luise Aniela, aufweist. Es ist belegt, dass die Ruhende Frau bis wenigstens 1932 im Garten von Fürstenberg stand. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und mit der zunehmenden Verfolgung jüdischer Bürger*innen floh Hans Fürstenberg 1936 nach Frankreich. Sein Anwesen wurde zwei Jahre später an das Deutsche Reich veräußert. Während des Zweiten Weltkrieges nahm die Villa gehörige Schäden und wurde zerstört. Es wird vermutet, dass die Plastik den Krieg überstanden hat und dann aus dem Garten des zerstörten Anwesens entwendet wurde. Die Ruhende Frau tauchte 1948 auf einem Sammelplatz für Überreste und Trümmer wieder auf. Gefunden hatte sie Kurt Reutti, der zu dieser Zeit beim Magistrat von Berlin arbeitete. Reutti hatte es sich zur Aufgabe gemacht, im Kontext des Krieges verlorene Kunstwerke, ausfindig zu machen und an öffentliche Einrichtungen zu geben, um diese so zu sichern. So kam es, dass die Ruhende Frau in die Obhut der Nationalgalerie gegeben wurde. Als Leihgabe wurde die Plastik 1951 im Park des Schlosses Schönhausen aufgestellt. Das Schloss und seine Gärten wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von Politikern der DDR genutzt, von 1964 bis 1990 dientes es als Gästehaus für Staatsbesuche. Nach der Wiedervereinigung wurde die Ruhende Frau 1990 erneut in dem Depot der Nationalgalerie eingelagert. Das Schloss Schönhausen wurde 2005 Teil der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Dadurch, dass es eine Lücke zwischen 1932 und 1948 in den Besitzverhältnissen der Ruhenden Frau gibt und ihr Besitzer 1936 aus Deutschland fliehen musste, handelt es sich hier um einen NS-verfolgungsbedingten Verlust. So wurde Kontakt mit der Erbin von Hans Fürstenberg aufgenommen und die Ruhende Frau konnte 2021 an die Stiftung Fondation Fürstenberg-Beaumesnil restituiert werden. Im Anschluss wurde die Plastik durch eine Spende des Förderverein Schloss und Garten Schönhausen e.V. rechtmäßig an die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verkauft. Seit 2022 ist die Ruhende Frau wieder an ihrem Platz im Garten von Schloss Schönhausen. (Rieke Fender)

Verwendete Materialien

Bronze (Materialarchiv)

Inschriften

Signatur
unten
»F Huf«

Signatur
unten
»Guss / Heinze-Barth / Berlin«

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