Vor dem Start in Calais zum Europa-Flug von 1911 wartet die Mannschaft auf das Zeichen des Piloten, das Flugzeug loszulassen

Vor dem Start in Calais zum Europa-Flug von 1911 wartet die Mannschaft auf das Zeichen des Piloten, das Flugzeug loszulassen

Europarundflug 1911

Das Kunstwerk ist ein „Figurenensemble aus Bronze, das eine Geschichte aus der Frühzeit des Fliegens erzählt: Die Mannschaft wartet auf das Zeichen des Piloten, das Flugzeug loszulassen. Sechs Männer, […], und ein […] Flugzeug: eine Arbeit, die zum Nachdenken über die Wandlung der Fliegerei und der Rolle des Menschen dabei anregt.“(Endlich / Wurlitzer 1990, S. 81). Karlheinz Biederbick selbst beschrieb die Bronze im Wettbewerb: „Die Plastik will den handelnden Menschen zeigen, durch dessen persönlichen Einsatz, Energie und Opfermut der heutige Flugbetrieb möglich wurde – der Mensch, der durch diesen Betrieb mit seinen großartigen Anlagen in gewisser Weise zur Nebensache wird.“ (Biederbick nach: Endlich / Gindhart, 1987, S. 6). Die Figuren der 5 Helfer und des Piloten sind wie das Flugzeug selbst stilisiert dargestellt. Alle Teile der Plastik sind aus einzelnen Blechen mit deutlich sichtbaren „Nähten“ als Hohlfiguren gefügt. Die Plastik steht auf einem Betonpodest auf dem eine Bronzetafel mit erhabener Inschrift über das Werk informiert.

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Biederbick, KarlheinzKünstler_In1983-1984
Objektgeschichte
Die Plastik, die den Europarundflug von 1911 thematisiert, ging prämiert aus einem Kunst-Wettbewerb für den Flughafen Berlin Tegel hervor. Um die Attraktivität des Flughafens zu erhöhen, wurde 1983-85, in Zusammenarbeit mit der Berliner Flughafen Gesellschaft (BFG) Tegel, aus dem zentralen Fonds „Kunst im Stadtraum“ ein umfassendes Skulpturen- und Gemäldeprojekt zur Berliner Gegenwartskunst durchgeführt. Als Teil dieses Programms wurde 1982 ein (West-)berlin offener Wettbewerb für Bildhauer zur Gestaltung der im Außenbereich liegenden Besucher- und Restaurantterrassen des Flughafens ausgeschrieben. Die zu planenden Objekte sollten „unter dem Thema: »Technik und Fliegen« stehen und den Erlebniswert der Terrasse steigern.“ (Senator für Bau- und Wohnungswesen, Berlin (Hrsg.), 1982, S. 9) Die 7-köpfige Jury, der auch der Architekt des Flughafens, Meinhard von Gerkan, angehörte, wählte 10 Arbeiten aus und entschied, einige dieser Objekte „außerhalb der vorgesehenen Standorte auf den Terrassen, […] an besser geeigneten Plätzen aufzustellen.“ (Senator für Bau- und Wohnungswesen, Berlin (Hrsg.), 1982, S. 7). Durch die modifizierte Standortwahl sollte zum einen die Kunst einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, zum anderen wollte man dem Risiko entgegen wirken, dass „der Eindruck einer heterogenen musealen Häufung von Kunstgegenständen“ entstehen könnte und auch den Kunstwerken einen Standort geben, „die aufgrund ihrer Größe auf einer der Terrassen in einen zweifelhaften Konflikt mit der Architektur geraten könnten.“ (Ebenda.) Die Arbeit von Karheinz Bierderbick gehörte zu den ersten drei Arbeiten, die vom Preisgericht zur Realisierung ausgewählt wurden. Sie wurde mit zwei weiteren Arbeiten auf der Besucherterrasse mit Ausblick auf das Flugfeld aufgestellt: L’Albatros von Rolf Lieberknecht (Objekt-Nr. 040) und Papierflieger von Georg Kohlmeier (Objekt-Nr. 039). Diesen Standort hat sie bis heute beibehalten. Der unter Denkmalschutz stehende Passagier-Flughafen Berlin Tegel (Tegel-Süd) „Otto-Lilienthal“ entstand 1969-1975 nach Plänen der Hamburger Architekten Meinhard von Gerkan, Volkwin Marg und Klaus Nickels. Es ist vorgesehen, den für seine kurzen Wege bekannten Flughafen nach der Eröffnung im Oktober 2020 des neuen Flughafens in Berlin-Schönefeld (BER) still zulegen und einer neuen Nutzung zuzuführen.
Maße
PlastikHöhe0.8 m
Breite2.28 m
Länge2.83 m
PodestHöhe0.1 m
Breite2.25 m
Tiefe3.5 m
TafelBreite0.335 m
Höhe0.215 m
Verwendete Materialien
PlastikBronze
Sockel / PodestBeton
Inschriften
Tafel (gegossen, appliziert)Vor dem Start in Calais / zum Europarundflug 1911 / wartet die Mannschaft / auf das Zeichen des Piloten, / das Flugzeug loszulassen. / K. Biederbick '83
ZustandZeitpunkt
gesamtgut2020
korrodiert2020
angegriffen, Taubendreck2020
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Ehmann, Horst: Berlin: Kunst im Stadtraum, Berlin, 1988, S. 76.
  • Ehmann, Horst: Berlin: Kunst im Stadtraum, Begleitheft, S. 26.
  • Endlich, Stefanie: Kunst am Flughafen Berlin-Tegel: Bilder, Skulpturen, Plastiken, Berlin, 1987. 2-5, 6-7
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 81.
  • Offener Wettbewerb Kunst im Stadtraum, Skulpturen auf der Besucher- und Restaurantterrasse Flughafen Berlin-Tegel: (1) Ausschreibung, Berlin, 1982.
  • Offener Wettbewerb Kunst im Stadtraum, Skulpturen auf der Besucher- und Restaurantterrasse Flughafen Berlin-Tegel: (2) Preisgerichtsprotokoll, Berlin, 1982.

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