Springbrunnen

Springbrunnen

Foto: Jürgen Tomisch/Barbara Anna Lutz, 2018, CC-BY-4.0

„In die podestartig aus gelbem Klinker gefertigte Grundfläche wurden mehrere Sitzbänke, eine Fontänenanlage mit acht Sprudlern über einem Gitterrost und ein großes Brunnenbecken integriert. Im Brunnenbecken steht ein knapp 3,50 Meter hoher, ebenfalls in gelbem Klinker gemauerter Turm mit rechteckigem Grundriss, aus dem Wasser über die oberste Kante herab plätschert und sich an den vorstehenden Zwischenplatten bricht.“ (https://www.stadtentwicklung.berlin.de/bauen/brunnen/de/tre_koe/01.shtml) Als Material wurde für die gesamte Anlage ein hartgebrannter gelber Klinker gewählt – farblich “passend zur wassergebundenen Decke der Wege und des Gartenplatzes.“ (Aktennotiz zur „Vorstellung des Vorentwurfs zum Brunnen im Volkspark Allende in Köpenick“, 4.9.2000, aufgestellt von Atelier Loidl, U.Böhm. LDA, Archiv) (Jürgen Tomisch/Barbara Anna Lutz)

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Loidl, HansArchitekt_In2002-2003
Datierungshinweise
Entstehung
Objektgeschichte
Die heutige Brunnanlage entstand an der Stelle des einst hier stehenden sogenannten Spindlerbrunnens, der eine komplexe Baugeschichte hat. Bereits mit der Fertigstellung des Köpenicker Krankenhauses, 1913 (1911–1913, Hugo Kinzer; Denkmalschutz: Obj.-Dok.-Nr.: 09045801 (Kreiskrankenhaus Cöpenick, Gesamtanlage), beschloss die Köpenicker Ratsversammlung, ein westlich angrenzendes etwa sieben Hektar großes Gebiet zur öffentlichen Parkanlage umzugestalten. Aber erst nach dem Ersten Weltkrieg entstand, zwischen 1926 und 1929, unter Leitung des Berliner Gartenbaudirektors Erwin Barth der Köpenicker Volkspark. Die zeittypische Gestaltung bestand vor allem aus einer zentralen Wiesenfläche, die zum Nord- und Südrand hin von dichter Gehölzpflanzung eingefasst war. In seiner Gesamtausrichtung bezog sich der Park axial auf das Eingangsportal der östlich angrenzenden Krankenhausanlage, zu der er sich mit einem Gartenplatz öffnete. Auf dem Platz kam 1929 eine repräsentative Brunnenanlage, der Spindlerbrunnen, als das Herzstück des Volksparks zur Aufstellung. Der Brunnen – ein doppelter Schalenbrunnen aus rotem Granit – war ursprünglich 1891 für den Spittelmarkt geschaffen worden, musste dort aber in den 1920er Jahren dem Bau der U-Bahn weichen. Im Volkspark bildete er nun einen zentralen Blickpunkt für das Hauptgebäude des Krankenhauses und war, da die Salvador-Allende-Straße noch nicht bestand, ein beliebter Aufenthaltsbereich für die Einrichtung des Krankenhauses. In den 1970er und 1980er Jahren erfuhr der Park zu DDR-Zeiten verschiedene Umgestaltungsmaßnahmen, in dessen Rahmen 1980 der historische Brunnen an seinen alten Standort nach Berlin-Mitte zurück versetz wurde. An seine Stelle trat eine schlichte Sandsteinschale mit Sitzrand die mit Springstrahlern ausgestattet war, die jedoch schon 1996 „mehrere Jahre nicht mehr in Betrieb“ waren (BfabK, Lfd.- Nr.: 076/1996/BfabK). 1993 wurde der Park unter Denkmalschutz gestellt und 1995–1997 nahm man eine denkmalpflegerische Rekonstruktion der gesamten Anlage vor. Mit der Neuanlage eines Brunnens wurde das Atelier Loidl Landschaftsarchitekten betraut. Einen Vorentwurf stellte Hans J. Loidl im September 2000 vor. Schon damals war dies ein rechteckiger Brunnen, der durch seine Längsausdehnung die „offene Grenze zwischen dem streng formalen Garten mit Bezug zum Krankenhaus und dem ‚landschaftlichen’ Raum der Parkwiese“ besetzen sollte. Der Vertikalen des Krankenhausportals sollte eine Vertikale aus Wasser gegenübergestellt werden. Die Entwurfsidee wurde wie folgt beschrieben: “Eine Staffelung und Schichtung unterschiedlicher Höhen innerhalb der rechteckigen Form; Höhen zum Sitzen, zum Anlehnen, zum Aufschauen, eingebunden in die achsialen Beziehungen des Parks. Dazwischen befindet sich das Wasser-becken und die Wasserspiele.“ (Aktennotiz zur „Vorstellung des Vorentwurfs zum Brunnen im Volkspark Allende in Köpenick“, 4.9.2000, aufgestellt von Atelier Loidl, U.Böhm, LDA, Archiv). Der beschriebene Vorentwurf wurde wohl im weiteren Verlauf überarbeitet und verändert bzw. vereinfacht 2002–2003 ausgeführt. Er behielt aber seine Grundform, Ausrichtung und Positionierung im Park bei. Der Brunnen wurde seit seinem Aufbau immer wieder mit Graffiti beschmiert. Nach Nov. 2017 wurde er fachgerecht von Graffiti und starker Verschmutzung gereinigt. (Jürgen Tomisch/Barbara Anna Lutz)
Maße
BrunnenBreite227
BrunnenLänge67
SäuleHöhe335
SäuleBreite178
SäuleTiefe6
Verwendete Materialien
GesamtKlinker
Zustand
Gesamtbeschmiert
KlinkerAusbrüche
Beckenbiogener Bewuchs
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Weidner, Klaus: Plastiken, Denkmäler und Brunnen im Bezirk Köpenick, Berlin, 1993, S. 30.
  • Lesser, Katrin: Gartendenkmale in Berlin, Parkanlagen und Stadtplätze , 2013, S. 462-463.

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