Schmuckbogen

Schmuckbogen

Mosaikbogen
Foto: Jürgen Tomisch und Barbara Anna Lutz, 2020, CC-BY-4.0

Der von Gerhard Schultze-Seehof geschaffene Stahlbetonbogen überspannt neun Meter hoch den Uferweg in gesamter Breite. Das fast drei Meter breite Bogenband ist beidseitig mit kleinteilig farbigen Mosaiken belegt, die abstrahierte Wassersport- und Fischmotive zeigen. Die figurativen Darstellungen symbolisieren im Zyklus der Jahreszeiten Sport und Erholung, die der Tegeler See bietet. Schultze-Seehof verwendete für die Mosaikbilder zu großen Teilen aus Trümmerschutt geborgene Keramikteile, wie z. B. Fliesen. Am westlichen Fußpunkt des Bogens befindet sich eine Inschrift aus Mosaiksteinen (Jürgen Tomisch, Barbara Anna Lutz).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Schultze-Seehof, GerhardKünstler_In1954-1956
Objektgeschichte
Der Tegeler Mosaikbogen entstand 1954 (2. Oktober 1954 feierliche Übergabe) als eine Auftragsarbeit von Gerhardt Schulze-Seehof (1919-1976). Der Bogen war Teil der ufernahen Grünanlage des Borsigdamms, der im Rahmen des Berliner Wiederaufbauprogramms fertiggestellt werden konnte. Pläne für die Anlegung des Borsigdammes zwischen Tegeler See und Borsighafen für den Autoverkehr reichen bis in die 1920er Jahre zurück. 1926 erfolgten erste Aufschüttungen. Aber erst nach dem Krieg konnte der Damm 1950-55 mit Hilfe von Trümmerschutt fertig gestellt werden, wodurch er wesentlich breiter und höher wurde. Neben der Autostraße konnte daher der Bezirk Reinickendorf eine gärtnerisch bepflanzte Uferpromenade anlegen, die im Norden in die Greenwich-Promenade übergeht. Hier am Kreuzungspunkt zweier Wanderwege überspannt weithin sichtbar der Bogen aus Stahlbeton den Hauptweg. Aus Trümmerschutt gewann Gerhard Schultze-Seehof auch zum Teil das Material für seine Mosaikbilder, wodurch der Bogen als Schlusspunkt des Dammes zu einem Symbol der Wiederaufbauleistung Berlins nach dem Krieg wurde (Ob Schultze-Seehof hier auch wie bei anderen zeitgleichen Mosaikarbeiten auch Mosaiksteine der Berliner Firma Puhl & Wagner verwendete, konnte nicht geklärt werden.) Eine umfassende Restaurierung des unter Denkmalschutz stehenden Schmuckbogens fand 2015 statt. Die Stahlbetonkonstruktion und auch die Mosaike waren aufgrund von Witterungseinflüssen und Vandalismus geschädigt. Nässe konnte in die Risse des Betons eindringen und die Armierung lag teilweise frei. Die Mosaikmotive waren m Laufe der Jahrzehnte verblasst, fehlende Steine mussten ersetzt werden. Der Bogen bekam einen Nässe-Schutz und eine Anti-Graffiti-Beschichtung. Die Leitung der Maßnahmen hatte die KLW Ingenieure GmbH Berlin inne, TORKRET Berlin war für die Betonrestaurierung verantwortlich. Steinhof Restaurierung Berlin und Joana Pomm restaurierten die Mosaikbilder. Am 23. November 2015 wurde der erneuerte Schmuckbogen übergeben (Jürgen Tomisch, Barbara Anna Lutz).
Maße
gesamtHöhe
in einigen Quellen 12 m
9 m
Länge14 m
Breite2.7 m
Verwendete Materialien
BogenStahlbeton
Keramik, Mosaik
Technik
Mosaikverlegt
Bogengegossen
zusammen gefügt
Inschriften
Inschrift (aus Mosaiksteinen gebildet)
am Objekt
ERRICHTET 1954 IM 5. JAHR DES AUFBAUPROGRAMMS
ZustandZeitpunkt
restauriert, 2016 Restaurierung mit Graffitischutz; Ausbesserungen an Inenn- und Außenseite; scharrierter Putz der Einfassung des Bogens erneuert2020
Vollständigkeit
vollständig

  Nachweise

  • Damus, Martin: Fuchs im Busch und Bronzeflamme. Zeitgenössische Plastik in Berlin-West, München, 1979, S. 220 f., 253.
  • Ehmann, Horst: Berlin: Kunst im Stadtraum, Berlin, 1988, S. 78, 156.
  • Ehmann, Horst: Berlin: Kunst im Stadtraum, Begleitheft, Berlin, 1988, S. 28, 156.
  • Endlich, Stefanie: Skulpturen und Denkmäler in Berlin, Berlin, 1990, S. 76.
  • Schlickeiser, Klaus: Entdecken Sie Reinickendorf. Spaziergänge in Tegel, Berlin, 2006, S. 92.
  • Wie der Borsigturm entstand. In: Tegeler Woche 1.-8. Juni, 1958, S. 10-12.

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