Brunnenanlage

Brunnenanlage

Foto: Susanne Kähler, 2005, CC-BY-4.0

Die Brunnenanlage auf dem Ernst-Reuter-Platz besteht aus zwei rechteckigen Becken. Das westliche, kleinere Becken ist 19 m lang, 19 m breit und hat einen 40 cm hohen Rand. Das östliche Becken ist 30 m lang, 30 m breit und ebenerdig. Beide Becken sind mit blauen Fliesen ausgekleidet, sie sind asymmetrisch zueinander angeordnet. Im größeren Becken sprudelt bei Betrieb eine 15 m hohe, gerade Fontäne, ansonsten sind die Becken mit 41 kleinen rotierenden Fontänen bestückt. Die Platzgestaltung erfolgte nach dem Prinzip eines Schachbrettmusters mit 10 x 10 m großen alternierend gepflasterten und mit Blumenrabatten bepflanzten Feldern. Den Rand der Gesamtanlage bildet eine Rasenfläche. Es entstand eine für die 1950er Jahre wichtige und repräsentative Platzanlage nach dem obersten Prinzip der klaren Gliederung und Überschaubarkeit als Zentrum eines städtebaulichen Ensembles (Susanne Kähler).

  Werkdaten

SchaffendeDatierung
Hermkes, BernhardArchitekt_In1956-1960
Düttmann, WernerArchitekt_In
Datierungshinweise
1998-1999 umfassend saniert
Objektgeschichte
Die Brunnengestaltung auf der Mittelinsel des Platzes erfolgte nach Plänen Werner Düttmanns zwischen 1956 und 1960 und ersetzte einen schlichten Obelisken, der sich auf der Mittelinsel befunden hatte. Die Brunnenanlage war bis 1993 voll in Betrieb, danach wurde nur noch die Hauptfontäne in Betrieb genommen und zwischen 1996-1997 wurden die Becken lediglich gefüllt. Die Gesamtanlage, vor Allem auch die Bodenfliesen der Becken befanden sich in einem schlechten Zustand, mangelnde Pflege vermittelte einen desolaten Eindruck. Instandsetzung Juni 1998 – August 1999 (Hortec GbR, W+S Wassertechnik GmbH, Fa. Pegel & Sohn, Fa. Krause & Sohn Landschaftbau): Sanierung des maroden Betonbeckens, hellblauer Anstrich, Erneuerung der gesamten Wasser- und Springbrunnentechnik einschließlich der Brunnenbeleuchtung, Wiederherstellung der historischen Bepflanzung (Stauden und Rosenpflanzen nach dem originalen Farbkonzept). Zur Neueinweihung des Brunnens am 9. September 1999 wurde Edzard Reuter (geb. 1928) aus Stuttgart eingeflogen. Edzard Reuter, Sohn des ehemaligen Berliner Oberbürgermeisters beziehungsweise Regierenden Bürgermeisters von (West-)Berlin, Ernst Reuter, und bis 1995 Vorstandsvorsitzender der Daimler-Benz-AG, hatte im Vorfeld die Sanierung dadurch initiiert, dass er damit gedroht hatte, dem Platz aufgrund seines schlechten Zustands den Namen zu entziehen. Finanziert wurde die Sanierung zur Hälfte durch den Senat und zur anderen Hälfte durch eine Essener Tochterfirma der Berliner Wasserbetriebe. (Susanne Kähler).
Verwendete Materialien
Beton
PlattenWaschbeton
Keramik, Fliesen
Technik
gegossen
verlegt
verkleidet
montiert
zusammen gefügt
ZustandZeitpunkt
saniert, 1989-19992005
Vollständigkeit
vollständig1989-1999 saniert

  Nachweise

  • Lesser, Katrin: Gartendenkmale in Berlin, Parkanlagen und Stadtplätze , 2013, S. 30-31, 504.
  • Glabau, Leonie: Gartendenkmale in Berlin : Nachkriegszeit bis Ende der Sechziger Jahre, Petersberg, Kr Fulda, 2018, S. 149-151.
  • Badstübner-Gröger, Sibylle: Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Berlin, München, 2000, S. 177-181.
  • Gausmann, Dagmar: Der Ernst-Reuter-Platz in Berlin : die Geschichte eines öffentlichen Raumes der fünfziger Jahre, Münster, 1992.
  • Josipovici, Isolde: Die ehemaligen Wasserspiele Werner Düttmanns am Ernst-Reuter-Platz. Eine Dokumentation, Berlin, 1997.

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